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<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"><rdf:Description rdf:about="https://dk.um.si/IzpisGradiva.php?id=94979"><dc:title>Politische Korrektheit in parlamentarischen Reden</dc:title><dc:creator>Pečovnik,	Ana Zala	(Avtor)
	</dc:creator><dc:creator>Fabčič,	Melanija	(Mentor)
	</dc:creator><dc:subject>Politische Korrektheit</dc:subject><dc:subject>politische Rhetorik</dc:subject><dc:subject>kritische Diskursanalyse</dc:subject><dc:subject>Euphemismen</dc:subject><dc:description>Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie politische Korrektheit im parlamentarischen Diskurs sprachlich umgesetzt, thematisiert oder gezielt unterlaufen wird. Im Zentrum stehen zwei ausgewählte Reden aus der 209. Sitzung des Deutschen Bundestages am 29. Januar 2025: die Rede von Friedrich Merz (CDU) und die Rede von Alice Weidel (AfD). Beide Politiker treten in derselben Plenardebatte auf, reagieren auf vergleichbare gesellschaftspolitische Ereignisse, bedienen sich jedoch völlig unterschiedlicher rhetorischer Strategien und vertreten ideologisch gegensätzliche Positionen.
Ziel dieser Arbeit ist es, mithilfe einer kontrastiven stilistischen und argumentativen Analyse zu zeigen, wie politische Korrektheit sprachlich realisiert oder abgelehnt wird. Es wird untersucht, mit welchen rhetorischen Mitteln, Argumentationsstrukturen, Sprachbildern und Diskursstrategien gearbeitet wird und wie sich beide Redner im politischen Spannungsfeld zwischen institutioneller Sprache und populistischer Rhetorik positionieren.
Theoretisch basiert die Arbeit auf einem interdisziplinären Rahmen. Zentrale Bezugspunkte sind Theorien zur politischen Korrektheit (u. a. Wodak, 2015; Foroutan, 2019), stilistische Analyseansätze (Hundsnurscher, 2003; Linke et al., 2013), die Euphemismus-/Dysphemismustheorie (Leinfellner, 2002), die kritische Diskursanalyse (Wodak, 2015), sowie zwei Modelle zur Argumentationsstruktur: das Toulmin-Modell (1958) und die populismuskritische Rhetoriktheorie nach Bayer (2019).
Die methodische Vorgehensweise ist qualitativ und textzentriert. Untersucht werden zentrale Passagen beider Reden auf sprachlich-stilistische Mittel, argumentative Struktur, Verwendung von Euphemismen oder Dysphemismen sowie auf diskursive Strategien zur Abgrenzung, Emotionalisierung und ideologischen Selbstverortung.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Friedrich Merz politische Korrektheit als sprachliche Norm nicht offen thematisiert, sie jedoch durch eine betont kontrollierte und differenzierende Ausdrucksweise implizit unterstützt. Er bedient sich klassischer Mittel der Institutionensprache: moralische Appelle, rhetorische Fragen, juristische Bezugnahmen und moderate Euphemismen wie „Mitgefühl“ oder „Zustrom illegaler Flüchtlinge“. Seine Argumentation ist strukturiert, nachvollziehbar und stark an der Verantwortungsethik orientiert.
Alice Weidel hingegen lehnt politische Korrektheit explizit ab und nutzt sprachliche Strategien, die auf Polarisierung, Tabubruch und Affektwirkung zielen. Sie spricht von „Brandmauertoten“, „geschundenen Körpern“ und unterstellt der Regierung eine Politik, die „dem Volk“ schade. Ihre Sprache ist stark emotionalisiert, dysphemistisch und aggressiv konnotiert. Argumentative Logik tritt dabei in den Hintergrund zugunsten von pauschalen Schuldzuweisungen und affektgeladenen Beispielen. Diese Form entspricht Bayer zufolge einer populistischen Argumentationsweise, die auf emotionale Resonanz abzielt, nicht auf logische Konsistenz.
Im Vergleich der beiden Reden wird deutlich, wie unterschiedlich politische Sprache funktionieren kann und selbst innerhalb desselben institutionellen Rahmens. Während Merz versucht, Vertrauen über sprachliche Kontrolle und Normkonformität herzustellen, zielt Weidels Sprache auf Provokation, Aufrüttelung und das bewusste Durchbrechen parlamentarischer Sprachgrenzen. Damit wird deutlich: Politische Korrektheit ist mehr als nur ein sprachliches Konzept, sie fungiert als symbolisches Mittel der politischen Positionierung, Identitätsbildung und strategischen Kommunikation.
Diese Arbeit trägt dazu bei, politische Reden als komplexe sprachliche Handlungen zu verstehen, die tief in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet sind. Sie verdeutlicht, wie Sprache als Instrument politischer Strategie dient, zur Inklusion, Exklusion, Polarisierung oder Stabilisierung.</dc:description><dc:publisher>A. Z. Pečovnik</dc:publisher><dc:date>2025</dc:date><dc:date>2025-08-31 23:27:20</dc:date><dc:type>Diplomsko delo/naloga</dc:type><dc:identifier>94979</dc:identifier><dc:language>sl</dc:language></rdf:Description></rdf:RDF>
